LAPD SWAT

ie SWAT-Teams (Special Weapons And Tactics) sind die Spezialeinheiten der amerikanischen Polizei. Sie sind in vielen Großstädten stationiert, unterscheiden sich aber von Staat zu Staat. Dieser Bericht ist über das SWAT-Team des LAPD (Los Angeles Police Department).

 

Geschichte

Die Wurzeln des SWAT liegen in den späten 60er Jahren. Zu dieser Zeit gab es in den USA mehrere Anschläge von Heckenschützen gegen Zivilisten und Polizeibeamte. Zu den bekanntesten dieser Zwischenfälle zählt das „University of Texas Tower“-Massaker. Zudem wurde Los Angeles von schweren Unruhen heimgesucht, die schließlich im „Watts-Aufstand“ gipfelten (siehe unten). Die Polizeiführung erkannte, dass ihre Beamten diesen Einsätzen nicht gewachsen waren und beschloss die Aufstellung einer kleinen Eliteeinheit, um besser gegen Gewaltverbrecher vorgehen zu können. Officer John Nelson entwickelte das Konzept des SWAT-Teams und stellte es Inspector Darryl F. Gates vor, mit dem er es noch weiter überarbeitete: Eine kleine Gruppe von ausgewählten Beamten sollte eine besondere Ausbildung durchlaufen, um dann gut ausgerüstet und mit speziellen Taktiken gegen die neue Bedrohung vorzugehen.

 

Am 9. Dezember 1969 hatte das SWAT den ersten Einsatz, eine Hausdurchsuchung im Hauptquartier einer vermutlich bewaffneten Gang, zu bewältigen. Drei Polizisten und drei polizeiliche Gegenüber wurden verwundet, bevor diese ihre auswegslose Situation erkannten und sich ergaben.

 

1971 wurde das SWAT endgültig als „D-Platoon“ in die „Metropolitian Division“, der taktischen Abteilung des LAPD, integriert, und war von nun an rund um die Uhr verfügbar.

 

Die ersten Kontakte zu europäischen Spezialeinheiten wurden 1983 geknüpft. Einige Beamte der Führungsetage besuchten den britischen SAS, die deutsche GSG 9 und die französische GIGN, die dem SWAT bei der Ausbildung und dem Training von Geisellagen helfen sollten.

Seit dieser werden regelmäßig Erfahrung mit diesen, aber auch mit anderen, Einheiten ausgetauscht.


Teilnahme am "SWAT Round Up"




Im November 1998 gewann das LAPD SWAT den 16. SWAT Round Up, eine Art Meisterschaft von Spezialeinheiten, ähnlich des Combat Team Competition. An dieser Veranstaltung nahmen nicht nur amerikanische SWAT-Teams teil, sondern insgesamt 69 militärische und polizeiliche Einheiten, unter anderem auch die deutsche GSG 9. Das achtköpfige Team aus Los Angeles hatte nach einer Woche 339 der 345 erreichbaren Punkte erreicht und sicherte sich somit den ersten Platz. Den zweiten Platz belegte das SWAT-Team aus Dallas, Texas mit 335 Punkten, gefolgt von einem Team der GSG 9 mit 300 Punkten. Beim 19. SWAT Rounds Up im November 2002 belegte das LAPD SWAT von den 73 teilnehmenden Einheiten Rang 4.


Gliederung




Kopf der 67 Männer ist ein Lieutenant. Ihm unterstehen die sechs Gruppen, die jeweils von einem Sergeant kommandiert werden. Eine Gruppe besteht aus Gruppenführer und zwei 5-Mann-Teams, die jeweils von einem Senior Officer angeführt werden. Die anderen vier Beamten haben alle den Rang eines Officers. 16 von ihnen sind als Präzisionsschützen ausgebildet.


Aufgaben und Ausrüstung




Pro Jahr hat das SWAT-Team durchschnittlich 90 Einsätze mit verbarrikadierten verdächtigen Personen und 50 Verhaftungen mit hohem Risiko zu bewältigen. Außerdem umfasst das Aufgabengebiet Geiselrettung und Personenschutz. Das SWAT kann für Einsätze auf Hubschrauber der ASD (Air Support Division) zurückgreifen. Das SWAT verwendet auch taktische Ablenkmittel, wie zum Beispiel Blendgranaten, und Tränengasgranaten, allerdings keine ballistischen Schutzschilde, sondern nur Schutzwesten. Für die unten aufgeführten Waffen stehen verschiedene Zielhilfen und Lampen zur Verfügung.


Waffen



  • verschiedene Versionen der MP 5, MZP 1 und PSG 1 von Heckler & Koch
  • M1 Super 90 und M1 von Benelli
  • M-16A2
  • CAR-15
  • Remington 700
  • Colt .45 1911
  • Kimber Custom II (ersetzt Colt .45 1911)

Info: Watts-Aufstand



Die langandauernden Rassenunruhen in den USA der 60er Jahre gipfelten im Watts-Aufstand, benannt nach dem ausschließlich durch Afrikaner bewohnten Gebiert im South Central District.

Am 11. August 1965 wurde der Autofahrer Marquette Frye, in Los Angeles lebender Afrikaner, von dem weißen Officer Lee W. Minikus angehalten und kontrolliert. Er verdächtigte Frye, das Fahrzeug unter Drogeneinfluss gefahren zu haben. Während der Vernehmung am Straßenrand wurde Officer Minikus wiederholt von farbigen Passenten beleidigt, und forderte deshalb einen zweiten Officer zur Verstärkung an. Nachdem dieser eintraf warfen Passanten, die Frye kannten (er wohnte in der Nachbarschaft), den Beamten Polizeiwillkür vor und verspotteten sie. Darauf hin setzte einer der Beamte seinen Gummischlagstock gegen die Passanten ein. Die Nachricht von der Polizeigewalt gegen farbige Zivilisten verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der Nachbarschaft und löste so den Watts-Aufstand aus, an dem 35.000 Afrikaner teilnahmen. Während der 5 Tage gingen die Aufständischen gezielt gegen Gebäude von Weißen vor. Nach dem Watts-Aufstand fand ein grundlegender Wechsel in der kalifornischen Politik statt, mehrere Politiker traten von ihren Ämtern zurück.

 

Zahlen zum Watts-Aufstand:

  • 34 Tote
  • mehr als 1000 Verletzte (davon 130 Feuerwehrmänner und 100 Polizisten)
  • 16.000 eingesetzte Beamte von Polizei und National Garde
  • 600 beschädigte Gebäude, mehr als 200 komplett durch Feuer zerstört
  • 4000 Verhaftungen wegen Einbruch und Diebstahl

21.1.07 00:12

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